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Dein ausgespucktes Kaugummi existiert noch – seit Jahren

Stell dir vor, jedes Kaugummi, das du je ausgespuckt hast, wäre noch irgendwo auf der Welt. Auf einem Gehweg. In einem Parkhaus. Im Erdreich eines Parks. Das klingt nach einer Metapher – ist aber buchstäblich wahr. Herkömmlicher Kaugummi baut sich kaum ab. Stattdessen zerfällt er über viele Jahre zu Mikroplastik.

Die globale Plastikkrise braucht keinen Sündenbock mehr

Weltweit werden heute über 460 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert. Die OECD warnt: Bis 2040 könnten jährlich 119 Millionen Tonnen Plastikmüll unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Mit verheerenden Folgen für Ökosysteme, Trinkwasser und menschliche Gesundheit.

Kaugummi ist in dieser Diskussion kaum ein Thema. Dabei ist er eines der wenigen Plastikprodukte, die wir buchstäblich in den Mund nehmen und dann auf dem Boden hinterlassen. Der graue Klumpen auf dem Pflasterstein? Plastik. Das dunkle Fleckenmuster in jeder Fußgängerzone? Kaugummi-Mikroplastik in Warteposition.

 

Was passiert nach dem Ausspucken?

Herkömmlicher Kaugummi enthält synthetische Polymere. Diese werden weder von Mikroorganismen zersetzt noch durch Regenwasser aufgelöst. Über Jahre zerfallen sie mechanisch in immer kleinere Partikel – bis sie ins Erdreich sickern, in die Kanalisation gelangen und schließlich in Gewässern landen. Von dort aus schaffen sie es über die Nahrungskette zurück in unsere Körper.

 

Klein, aber systemrelevant

Natürlich ist ein Kaugummi kein Industrieunfall. Aber er ist Teil eines Systems, das wir täglich mit kleinen Entscheidungen stützen oder verändern. Wer auf natürlichen Kaugummi umsteigt – einen, der sich tatsächlich biologisch abbaut – durchbricht diesen Kreislauf. Ohne auf irgendetwas zu verzichten.

 

Quellen: Our World in Data – Plastic Pollution; OECD (2024) – Development Co-operation and the Elimination of Plastic Pollution