Gib €15,00 aus, um kostenlosen Versand zu erhalten

Du kaust seit Jahren Plastik – und niemand hat es dir gesagt

Kaugummi gehört für viele zum Alltag wie Kaffee am Morgen. Frischer Atem nach dem Mittagessen. Konzentration beim Lernen. Etwas für die Hände beim Warten. Aber während du gerade vielleicht auf deinem Lieblingsgeschmack herumkaust, kauen deine Zähne auf etwas, das du vermutlich nicht auf deinem Einkaufszettel hättest: Plastik.

Was steckt wirklich in der Kaumasse?

Woraus bestehen Kaugummis eigentlich? Die Antwort ist unbequem. Die Kaumasse der meisten Produkte auf dem deutschen Markt besteht aus petrochemischen Polymeren – Stoffen, die aus Erdöl gewonnen werden. Kaugummi aus Erdöl. Dieselben Materialklassen kommen in Autoreifen und Plastikflaschen zum Einsatz.

Klingt nach Science-Fiction? Ist leider Alltag.

Das Pikante: Rechtlich ist das vollkommen in Ordnung. In der EU gilt „Kaumasse" als zugelassene Lebensmittelzutat. Was genau drin steckt, müssen Hersteller nicht offenlegen. Der Sammelbegriff reicht als Angabe auf der Zutatenliste. Du weißt im Zweifel nicht, was du kaufst.

 

Warum Mikroplastik im Körper kein abstraktes Problem ist

Aktuelle Studien zeigen: Mikroplastik im Körper ist real. Es ist im Blutkreislauf nachweisbar, in der Leber, im Darm, im Herzgewebe. Mikroplastikpartikel können sich festsetzen und Entzündungsreaktionen auslösen. Laut Umweltbundesamt nehmen wir wöchentlich mehrere Gramm Mikroplastik über Atemluft, Trinkwasser und Lebensmittel auf – ganz ohne es zu merken.

Ein Kaugummi wirkt dabei vielleicht wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber es ist ein Tropfen, den du selbst kontrollieren kannst. Und das ist der Punkt.

 

Der Regulierungsgraubereich

Kaugummi ist kein Lebensmittel, das man isst – man kaut es, spuckt es aus. So lautete lange die Logik des Gesetzgebers. Dabei kommen die Inhaltsstoffe direkt mit deiner Mundschleimhaut in Kontakt. Und was ausgespuckt wird, landet draußen. Auf Gehwegen, in Parks, in Flüssen. Plastik in Kaugummi: ein unterschätztes Problem im öffentlichen Raum.

Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen. Auf Kaugummi kauen und die bessere Wahl treffen – das geht.

 

Quellen: Umweltbundesamt Deutschland – Mikroplastik; EU-Lebensmittelkennzeichnungsverordnung